Aufgabenprofil von Hortner:innen im Ganztag
Hortner:innen arbeiten im Schnittfeld von Bildung, Betreuung und Erziehung. An Waldorfschulen übernehmen sie unter anderem:
- die Begleitung der Kinder nach dem Unterricht in Hort- oder Ganztagsangeboten,
- die Gestaltung eines rhythmisierten Nachmittags mit Phasen für Essen, Ruhe, freies Spiel und angeleitete Angebote,
- die Förderung sozialer Kompetenzen in der Gruppe,
- die Beobachtung und Begleitung individueller Entwicklungsprozesse,
- die Zusammenarbeit mit Eltern und Lehrkräften.
Im Mittelpunkt steht das Kind mit seinen Bedürfnissen nach Beziehung, Bewegung, Spiel und Gestaltung. Die Arbeit orientiert sich am Menschenbild der Waldorfpädagogik und an den Entwicklungsaufgaben des Grundschulalters.
Ganztag als pädagogischer Lebensraum
Der Hort und der offene Ganztag sind Teil eines gesamtpädagogischen Konzepts. Hortner:innen arbeiten eng mit Lehrkräften zusammen, stimmen sich über Tagesabläufe ab und gestalten Übergänge zwischen Unterricht und Nachmittag bewusst.
Sie tragen dazu bei, dass der Ganztag an Waldorfschulen als zusammenhängender Tageslauf erlebt wird, mit klaren Strukturen und zugleich ausreichend Freiraum für:
- freies Spiel in unterschiedlichen Altersgruppen,
- kreatives und handwerkliches Arbeiten,
- Natur- und Bewegungserfahrungen,
- Ruhezeiten und Rückzugsmöglichkeiten.
Hortner:innen sind dabei wichtige Brückenbauer:innen zwischen Unterricht und Nachmittagsangebot. Sie helfen den Kindern, nach einem konzentrierten Vormittag in freieres Spiel, Bewegung und kreatives Tun zu finden, und behalten zugleich den Blick auf den gesamten Tageslauf. Damit tragen sie wesentlich dazu bei, dass Waldorfpädagogik nicht am Ende des Vormittags aufhört, sondern den ganzen Tag über wirksam wird.
Qualifikation und Berufswege
Hortner:innen verfügen in der Regel über eine sozialpädagogische oder erzieherische Ausbildung. Für die Tätigkeit an einer Waldorfschule sind zusätzlich waldorfpädagogische Kompetenzen wichtig:
- Grundlagen der Menschenkunde und Entwicklungspsychologie,
- Kenntnisse über Aufbau und Rhythmus des Schultages,
- methodisch didaktische Gestaltung von Angeboten im Ganztag,
- Fähigkeiten zur Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team.
Wer bereits als staatlich anerkannte:r Erzieher:in oder in einem vergleichbaren pädagogischen Beruf arbeitet, kann sich durch eine Weiterbildung im Ganztag gezielt für die Arbeit an Waldorfschulen qualifizieren.
Informationen zur Ausbildung zur Waldorferzieher:in bietet die Vereinigung der Waldorfkindergärten.
Weiterbildung „Waldorf am ganzen Tag“
Mit der Weiterbildung „Waldorf am ganzen Tag“ bietet der Bund der Freien Waldorfschulen gemeinsam mit Seminaren und Einrichtungen der Waldorfkindergartenbewegung ein bundesweit abgestimmtes Programm an.
Die Weiterbildung:
- richtet sich an Menschen, die bereits an Waldorfschulen im Hort oder Ganztag tätig sind, insbesondere an Hortner:innen, Erzieher:innen und pädagogische Fachkräfte,
- vermittelt waldorfpädagogische Grundlagen für die Ganztagsbetreuung an Waldorfschulen,
- umfasst in der Regel zwei Jahre mit etwa vierhundert Unterrichtsstunden inklusive Praxisanteilen,
- schließt mit einer Lehrprobe, einer schriftlichen Arbeit und einem Zertifikat ab.
Zusammenarbeit im Kollegium und mit Eltern
Hortner:innen arbeiten im multiprofessionellen Team:
- Sie sind in pädagogische Konferenzen und Schulentwicklungsprozesse eingebunden.
- Sie stimmen sich mit Klassen- und Fachlehrkräften ab, zum Beispiel zu Übergaben, Hausaufgabenregelungen oder individuellen Förderbedarfen.
- Sie stehen in regelmäßigem Austausch mit Eltern und Sorgeberechtigten, um Tageserleben, Entwicklungsschritte und Fragen frühzeitig zu besprechen.
Idealerweise sind Hortner:innen in Klassen- und Gesamtkonferenzen vertreten und bringen ihre Perspektive auf den Ganztag in die gemeinsame Schulentwicklung ein. Die Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team erfolgt auf Augenhöhe, die fachliche Expertise von Lehrkräften, Hortner:innen und Sozialpädagog:innen wird gleichwertig berücksichtigt, wenn es um den gesamten Lebensraum Schule geht.
So tragen Hortner:innen wesentlich dazu bei, dass Ganztag an Waldorfschulen als gemeinschaftliches Projekt der ganzen Schulgemeinschaft gelingt.
Mehr zum pädagogischen Konzept und zum rechtlichen Hintergrund finden Sie auf der Seite „Ganztag an Waldorfschulen“.
Ansprechpersonen der Hortner:innen
Für Fragen rund um die Arbeit von Hortner:innen an Waldorfschulen stehen die gewählten Hortsprecher:innen zur Verfügung:
Ines Stahl
Hort an der Freien Waldorfschule Cottbus
Mail: i.stahl@
waldorf-cottbus.de
Tel.: 0355 4302060

