Ein Projekt für lebendige Demokratie
Waldorfschulen als demokratische Lernfelder
Demokratie ist kein abstraktes Prinzip – sie muss gelebt und erlernt werden. Das Projekt „Demokratiekultur in Schule“ setzt genau hier an: Es unterstützt Waldorfschulen dabei, demokratische Haltungen, Aushandlungsprozesse und eine vielfältige Schulkultur systematisch zu verankern. Entstanden aus dem Willen, Waldorfpädagogik klar von antidemokratischen Tendenzen abzugrenzen, geht das Projekt heute einen entscheidenden Schritt weiter: Es gestaltet eine konstruktive, positive Demokratiekultur – erlebbar für alle, die Schule ausmachen.
Das Team, Hans Hutzel, Vorstandsmitglied, und Frank Steinwachs, von der Fachstelle Antidiskriminierung im Bund der Freien Waldorfschulen, arbeiten dabei unmittelbar mit den Menschen vor Ort: in Konferenzen, im Unterricht und Gemeinschaftsprojekten. Die besonderen Stärken der Waldorfpädagogik – ganzheitliches Erleben, langfristige Klassengemeinschaft, Epochenunterricht – werden dabei gezielt für demokratisches Lernen nutzbar gemacht.
Was das Projekt erreichen will
Demokratiebildung fest verankern – auf allen Ebenen
Hauptziel ist es, Demokratiebildung langfristig und fest in Waldorfschulen zu verankern – nicht als Pflichtthema, sondern als gelebte Schulkultur. Dafür werden konkrete Unterrichtsformate und didaktische Materialien entwickelt, erprobt und allen Schulen zur Verfügung gestellt.
Das Projekt denkt Demokratiebildung in drei Dimensionen:
- Bildung über Demokratie,
- Bildung durch demokratische Strukturen,
- Bildung im Erleben von Demokratie.
Besonderes Augenmerk gilt einer diskriminierungssensiblen Reflexion des Unterrichts sowie der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften. Dabei werden auch kritische Fragen nicht ausgespart: Traditionen der Waldorfpädagogik, die demokratischen Werten widersprechen, werden offen benannt und bearbeitet. Ziel ist eine Schule, in der Vielfalt selbstverständlich ist, Konflikte konstruktiv ausgehandelt werden und Schüler:innen echte Selbstwirksamkeit erfahren.
Angebote für Schulen, Kollegien und Schüler:innen
Praktisch, erprobt und direkt umsetzbar
Das Projekt bietet ein breites Spektrum an Formaten – zugeschnitten auf verschiedene Zielgruppen:
- Schüler:innen der Oberstufe: erleben Demokratie in Workshops und Projekttagen, etwa mit dem Werte-Jenga oder Dilemma-Diskussionen.
- Kollegien: werden in Konferenzen und Seminaren gestärkt – von der Auseinandersetzung mit dem Beutelsbacher Konsens bis zu Dialogformaten und Rollenspielen.
- Eltern: werden durch Vorträge und Workshops eingebunden.
- Studierende: in waldorfpädagogischen Ausbildungsgängen werden früh mit den Anforderungen demokratischer Schulkultur vertraut gemacht.
Ergänzend berät das Projekt Schulen bei eigenen Projekten, unterstützt bei Wahlveranstaltungen und kooperiert mit zivilgesellschaftlichen Partnern wie der Bertelsmann Stiftung oder dem Bündnis „Zusammen für Demokratie“. Alle Materialien werden dokumentiert, weiterentwickelt und den Schulen dauerhaft zugänglich gemacht.
Projektteam

